A. E. Köchert Juweliere

Neuer Markt 15, 1010 Wien
Tel.: +43 1 512 58 28
http://www.koechert.at
Gründungsjahr: 1814


Das Juweliergeschäft A.E. Köchert am Neuen Markt entstand 1873 nach einem Entwurf des Ringstraßen-Architekten Theophil Hansen und gehört damit zu den ältesten Geschäftslokalen der Stadt. Die heute einzigartige Kombination aus Werkstatt, Beratungslokal und Salon, die 2015 aufwändig renoviert wurde, stellt einen originalen Typus der gründerzeitlichen Wiener Baukultur dar.

Ebenso einzigartig wie das Geschäft ist auch das Sortiment, das hier präsentiert wird. Jedes Stück stammt aus dem hauseigenen Atelier und wurde von Hand gefertigt. Die stilistische Bandbreite ist groß und reicht von den ikonischen Sisi-Sternen über zeitlose Klassiker mit Diamanten und Farbedelsteinen bis zu sehr modernen, bisweilen avantgardistischen Formen. Der Großteil basiert auf eigenen Entwürfen, daneben werden immer wieder auch Kooperationen mit Künstlern und Designer aus dem In- und Ausland initiiert. Diese Kooperationen haben bei A.E. Köchert eine lange Tradition. So entwarf etwa Theophil Hansen das Diadem „Byzantine“ und die „Schwanenparure“, die bei der Weltausstellung 1873 in Wien mit dem ersten Preis der internationalen Jury ausgezeichnet wurden. Von den 1920er bis in die 1960er Jahren schuf der Maler Erwin Lang eine Reihe einzigartiger Stücke, wie etwa die Steinringe, die bis heute erzeugt werden. Manche Arbeitstechniken, die von der Wiener Werkstätte entwickelt wurden, werden im Hause Köchert nach wie vor angewandt, so etwa die feine Knüpftechnik der Linie Coccinelle.


Jakob Heinrich Köchert begann 1819 als Geselle im Juwelierunternehmen von Emanuel Pioté, heiratete später Piotés Schwägerin und wurde sein Partner. 1931 beauftragte Kaiser ranz I die ambitionierte Firma, zu deren Kunden bereits zahlreiche Angehörigen des europäischen Adels zählen, mit der Anfertigung einer Golddose für den türkischen Botschafter. Ein Jahr später erhielt das Unternehmen den Titel Kaiserlich Königlichen Hofjuwelier, 1949 wurde Jakob Heinrich Köchert zum persönlichen Juwelier des Kaiser ernannt. Von da an durfte das Unternehmen den besonders prestigeträchtigen Titel K. u. K. Hof- und Kammerjuwelier führen. Bis zum Ende der Monarchie fertigte Köchert zahlreiche außergewöhnliche Schmuckstücke für das Kaiserhaus. Zu den bekanntesten zählen die Sisi-Sterne, die bis heute im Sortiment sind. Ein Beispiel für die hohe Kunstfertigung ist auch das Diadem für Kaiserin Sisis Enkelin Hedwig zu ihrer Hochzeit mit Bernhard Graf zu Stolberg-Stolberg am 24. April 1918. Das mit 40 ct. Diamanten besetzte Schmuckstück kann in insgesamt sieben Broschen geteilt werden.

A.E. Köchert wird von den Brüdern Christoph und Wolfgang Köchert sowie ihrem Cousin Florian Köchert in sechster Generation geleitet. Seit 2014 ist A. E. Köchert Mitglied der Association les Hénokiens, einer weltweiten Organisation von Familienunternehmen, die seit mindestens 200 Jahren durchgehend in Mehrheitsbesitz der Gründerfamilie sind und von Mitgliedern der Familie geführt werden.